Stellen wir uns einen guterzogenen Kunden vor, der sich nach einer von uns erbrachten Dienstleistung artig mit den Worten "Danke" oder "Dankeschön", ja was, bedankt.

Naheliegende und oft ausgesprochene Antwort ist dann das "Bitte" bzw. "Bitteschön". Doch hat der Kunde von einem kundenorientierten Serviceexperten nicht mehr zu erwarten?

Schauen wir uns einmal in der Welt um. In Spanien wird in solchen Fällen mit einem "De nada" reagiert, was dem Deutschen "Keine Ursache" oder eben auch "Kein Problem" entspricht (über diese Unsitte habe ich mich ja an anderer Stelle bereits ausgelassen). Das kann also nicht als Maßstab dienen. In den Niederlanden heißt es "Alstublieft", was frei übersetzt "Wie es Ihnen beliebt" oder auch "Wie es Ihnen verbleibt" heißt. Das klingt im Deutschen recht herrschaftlich und ist im Alltag wenig geeignet. In England lautet die Antwort auf ein Danke oft "You are welcome", was mit "Sie sind (hier) willkommen" zu übersetzen ist, was im deutschen Sprachgebrauch auch eher schräg daher kommt.

Am Besten klingt in meinen Ohren die Variante der Ticos, wie die Einwohner von Costa Rico genannt werden. Sie antworten mit "Con gusto", was mit "Mit Vergnügen" zu übersetzen ist. Das ist Kundenorientierung pur! Im Deutschen kann daraus ein "Gerne" werden. Oder in der Steigerung ein "Sehr gerne". Darin steckt in jedem Falle mehr Kundenorientierung als in den "gebräuchlichen" Varianten wie "bitte", "kein Thema" oder "kein Problem".

Wie immer bei sprachlichen Feinheiten haben diese nur Erfolg, wenn die Grundkomponenten der Kundenorientierung stimmen: Kundenorientierte Einstellung gepaart mit kundenorientiertem Verhalten.